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Die Klasse 5b im Landschulheim PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Melanie Steurer   
Sonntag, 10. Mai 2009

Morgens um viertel nach acht am Bahnhof Bretten: Langsam füllte sich der Bahnsteig mit aufgeregten Schülerinnen und Schülern, die von ihren Eltern in ihr erstes gemeinsames Abenteuer als Klasse 5b verabschiedet wurden.

Das lang ersehnte Landschulheim in der Bernhardushütte auf der Bühlerhöhe hatte begonnen! 

Gemeinsam mit dem Klassenlehrer Herr Bräuhauser und der Begleitlehrerin Frau Steurer traten die 19 Fünftklässer die eineinhalb Stunden lange Reise zum Zielort mit der Bahn an, was reibungslos und wie am Schnürchen klappte. Ein dickes Kompliment an die Klasse!

Um ca. 11 Uhr kam die muntere Truppe nach einem kurzen Fußmarsch von der Bushaltestelle Bühlerhöhe zur Hütte dort an und bezog nach einer gründlichen Einweisung von Herrn Bräuhauser mit großem Hallo die rustikal-gemütlichen Räumlichkeiten.

Zur Stärkung gab es anschließend einen kleinen Imbiss mit Sandwiches und Kaba und dann ging es auf zur ersten großen Wanderung auf dem Wildnispfad Baden-Baden . Der Erlebnispfad zieht sich durch eine ca. 70 Hektar große Waldfläche, die nachdem sie durch den Orkan Lothar 1999 große Verwüstung erlitten hatte, weitgehend so belassen wurde, um in dem Gebiet nach und nach einen einmaligen Walderlebnispfad zu schaffen.

Gemeinsam ging es nun über Bäume und Felsen, es musste geklettert, gekrabbelt und manchmal auch ganz kräftig Mut gesammelt werden, um den nicht ganz unanstrengenden Lehrpfad zu bewältigen, was sich aber so richtig gelohnt und auch superviel Spaß gemacht hat. Danach war trotz der Anstrengung noch niemand so richtig  müde und in der Stimmung „nach Hause" zu gehen, also beschloss man gemeinsam noch den gerade neu angelegten Luchspfad zu testen. Auch das war ein richtig tolles Naturerlebnis.

Die knurrenden Mägen trieben dann zurück in die Hütte, ein Großteil der Klasse erholte sich, machte sich frisch, erkundete den nahe gelegenen Bach am Waldrand oder trieb noch ein wenig Unsinn in der Hütte, während der eingeteilte Küchendienst zusammen mit den Lehrern das erste gemeinsame Abendessen zubereitete: Leckere Spaghetti Bolognese/ Napoli und eine Riesenschüssel bunter Salat.

So gestärkt waren nach Einbruch der Dunkelheit alle bereit für die lang herbei gefieberte und vielleicht auch ein wenig gefürchtete Nachtwanderung. Es war schon ein wenig gruselig, so ganz im Dunkeln mit nur ein paar Taschenlampen durch den nächtlichen Schwarzwald zu wandern, besonders als Herr Bräuhauser für kurze Zeit wie vom Erdboden verschluckt war. Zum Glück tauchte der dann aber doch wieder auf und gemeinsam ließ man den Abend nach der Rückkehr zur Hütte mit Gesellschaftsspielen im Aufenthaltsraum ausklingen, bis die Nachtruhe um 23:00 Uhr den ersten Tag beendete.

Am nächsten Morgen, nach einer doch recht kurzen Nacht, versammelte man sich zum ausgiebigen Frühstück mit frischen Brötchen, heißem Kaba, Wurst Käse und allem was das Herz begehrte im Gemeinschaftsraum, richtete sich anschließend noch ein Lunchpaket und dann ging es auch schon wieder nach draußen in den fiesen Regen zum wandern. Auf dem Programm standen diesmal die Wasserfälle. Über kleine, abenteuerliche Waldpfade erreichte die Truppe diese dann, um etwas enttäuscht feststellen zu müssen, dass sämtliche Wege dorthin wegen gefährlicher Waldarbeiten an diesem Tag gesperrt waren.

Allerdings verflog die Enttäuschung dann doch recht schnell, denn nachdem sich alle hungrig über ihre Lunchpakete hergemacht hatten, ging es auf zur Sommerrodelbahn , die ein Riesenspaß war. Vor Vergnügen und Freude jauchzend sausten einige Schülerinnen und Schüler sogar mehrfach die Bahn hinunter und manche konnten vom rasanten Vergnügen gar nicht genug bekommen. Nach einer kurzen gemeinsamen Aufwärmpause mit Kaba im Café am Mehliskopf, wollte man ca. 30 Minuten zurück zur Hütte wandern und den Nachmittag gemeinsam im Trockenen verbringen. Leider ging dabei aber irgendwas schief, die Gruppe verpasste eine Abzweigung und so wurde aus der eigentlich kurzen Wanderung ein fast dreistündiger Fußmarsch durch den Schwarzwald.

Das trübte die Stimmung aber nicht im Geringsten, im Gegenteil: Um so weiter gemeinsam durch den Regen gewandert wurde, um so besser wurde die Stimmung und zurück in der Hütte war von schlechter Regenlaune keine Spur. Am prasselnden Feuer des Kachelofens im Gemeinschaftsraum wurden nasse Kleidungsstücke zum Trocknen aufgehängt und die hungrigen Wanderernwurden mit heißem Kaba und leckerem Kuchen für ihr Durchhaltevermögen belohnt.

Im Anschluss hatte die Klasse dann ein wenig Zeit, sich von den Lehrern ungestört alleine zu beschäftigen und sich besser kennenzulernen, während diese die Salate und alles weitere für den gemeinsamen Grillabend, vorbereiteten. Nachdem dann alle Würstchen verputzt waren, die Küche wieder in Schuss gebracht wurde und alle von den Anstrengungen des Tages doch redlichst müde waren, spielte man noch ein wenig im Gemeinschaftsraum und langsam aber sicher verkrochen sich alle todmüde in ihren Betten und fielen kurze Zeit später in einen tiefen, erholsamen Schlaf.

Am letzen Morgen hieß es nach dem Frühstück: Packen und dann putzen was das Zeug hält! Die Putzdienste wurden ausgerüstet und in allen Räumen, Winkeln und Ecken der Hütte sah man fegende, schrubbende und wischende Fünftklässler! So konnte man um punkt 10:35 Uhr eine blitzende und blinkende Bernhardushütte verlassen und sich gemeinsam auf die Rückreise machen, die wieder reibungslos und wie im Flug verging.

Um kurz nach 13:00 Uhr konnten am Bahnhof Bretten dann die Eltern ihre sichtlich müden, aber mit roten Bäckchen um die Wette strahlenden Kinder in Empfang nehmen und das erste Landschulheim der Klasse 5b ging zu Ende!

Vielen, vielen Dank an Herrn Bräuhauser und die Klasse 5b für dieses tolle, gemeinsame Erlebnis, das so schnell sicher niemand vergisst!

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