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| Interview mit Lia Hoensbroech |
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| Geschrieben von Pamela Klein | |
| Dienstag, 06. Mai 2008 | |
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Interview mit Lia Hoensbroech (Rolle der Luise im Stück „Agent im Spiel") Frau Klein: Ich möchte mich herzlich bedanken, dass Sie, Frau Hoensbroech und Frau Grimpe mit Ihrer Praktikantin, heute zu uns gekommen sind und freue mich auf eine spannende Gesprächsrunde mit den Schülerinnen und Schülern der Klasse 6b. Wir sind sehr neugierig darauf, was Sie uns heute erzählen wollen. Vielleicht haben Sie ja Lust erst einmal etwas über sich selbst zu erzählen? Frau Hoensbroech: Ich heiße Lia Hoensbroech, bin 25 Jahre alt, komme aus Münster und spiele seit dieser Spielzeit an der Badischen Landesbühne in Bruchsal. Ich war in München 4 Jahre auf der Schauspielschule. Im Moment spiele ich vor allem in den Stücken „Agent im Spiel" und „Creeps", manchmal auch noch „Tintenherz".
Ali: Wie finden Sie Ihre Rolle als Luise? Gefällt sie Ihnen?
Frau Hoensbroech: Ich finde die Rolle sehr gut, denn Luise ist ein ganz chaotischer Typ in diesem Stück. Sie ist überhaupt keine perfekte Mutter, das macht sie sympathisch. Es macht wirklich Spaß diese Rolle zu spielen.
Vanessa: Welche Rolle hätten Sie am liebsten gespielt? War es Ihr Wunsch Luise zu spielen?
Frau Hoensbroech: Ich bin ziemlich zufrieden mit der Rolle der Luise.
Melanie: Warum wurde dieses Stück für die Badische Landesbühne ausgewählt?
Frau Hoensbroech/ Frau Grimpe: Das ist eine gute Frage! Grundsätzlich entscheidet dies die Abteilung „Dramaturgie" zusammen mit dem Intendanten eines Theaters, das ist der Chef bei uns. Es ist ein tolles Stück, weil es auch mal jüngere Jugendliche anspricht. Meistens gibt es gute Stücke entweder für Grundschulkinder, oder für Jugendliche ab der 8. Klasse, ab 14 Jahren. Dieses Stück ist insbesondere für Klasse 5 und 6 gut geeignet, also für die Jugendlichen, für die wir selten etwas haben. Außerdem fanden wir die Themen des Stücks wichtig.
Naruethai: Wie würden Sie die Rolle spielen, wenn nicht der Regisseur, sondern Sie entscheiden dürften?
Frau Hoensbroech: Naja, letztendlich auch so ähnlich. Ich finde die Rolle, so wie sie ist, gut. Aber der Regisseur hat immer das letzte Wort.
Murat: Wie lange brauchten Sie um das Stück zu lernen?
Frau Hoensbroech: Das dauert meistens so ein paar Wochen.
Abir: Wie lange dauerten die Proben bis alles fehlerfrei lief und das Stück aufgeführt werden konnte?
Frau Hoensbroech: So circa sechs Wochen, man probt bis zu acht Stunden am Tag.
Frau Grimpe: Probezeiten bei unserem Theater sind von 10 Uhr bis 14 Uhr und von 18 Uhr bis 22 Uhr, das meistens 6 Wochen lang. Im gleichen Zeitraum spielen die Schauspieler Vorstellungen von anderen Stücken, die bereits Premiere hatten (Vormittagsvorstellungen oder abends). Wenn man alle Proben zusammenzählt, beträgt die Gesamtprobendauer dann zwischen 3 und 4 Wochen pro Stück.
Natalia: Wie oft wurde „Agent im Spiel" schon aufgeführt?
Frau Hoensbroech: Hm, ich glaube so circa zehn bis zwölf Mal. Es kommen noch drei oder vier Aufführungen.
Frau Grimpe: Das ist sehr wenig. Manche Stücke werden zwischen vierzig und fünfzig Mal aufgeführt!
Giuseppe: Wie heißen die anderen Schauspieler aus dem Stück „Agent im Spiel" mit richtigem Namen?
Frau Hoensbroech: Also Dani heißt Christian, Melanie heißt Rabea und den Mehmet spielt der Helge.
Ali: Was, ist das kein Türke?
Frau Hoensbroech: Nein, aber er findet Türken klasse!
Guiseppe: Macht es Spaß im Theater aufzutreten? Macht Ihnen überhaupt das Schauspielern Spaß?
Frau Hoensbroech: Ja, auf jeden Fall! Schauspielern ist was Tolles.
Marcus: Ist das Ihr Hauptberuf?
Frau Hoensbroech: Ja.
Alina: Wie lange schauspielern Sie schon?
Frau Hoensbroech: Seit ich zehn Jahre alt bin.
Vanessa: Da haben Sie also schon angefangen Theater zu spielen?
Frau Hoensbroech: Ich habe vor allem erst mal in der Schule Theater gespielt, also in der Theater - AG bei uns auf dem Gymnasium.
Serhat: Wieso wollten Sie Schauspielerin werden?
Frau Hoensbroech: Tja, das ist eine lustige Sache: Ich habe mal als Kind im Fernsehen ein Interview mit Silvester Stallone angeschaut. Und der sagte als Schauspieler könne man andere einfach verprügeln und von Hochhäusern springen. Das wollte ich auch unbedingt haben. Deshalb war es immer mein Wunsch Schauspielerin zu werden!
Hacer: Sind Sie schon mal im Fernsehen aufgetreten?
Frau Hoensbroech: Nein. Aber ich habe schon mal in Kurzfilmen für´s Kino mitgemacht.
Hacer: Würden Sie lieber im Fernsehen als im Theater auftreten?
Frau Hoensbroech: Nun, dazu habe ich zu wenig Erfahrung. Aber wenn mich einer fragt, dann würde ich es bestimmt mal versuchen und das Angebot annehmen.
Dominick: Bekommen Sie noch Lampenfieber, wenn Sie auf der Bühne stehen?
Frau Hoensbroech: Ja! Manchmal mehr, manchmal weniger, aber schon noch manchmal. Vor allem, wenn etwas schief geht!
Kevin: Verstehen Sie sich gut mit Ihren Kollegen?
Frau Hoensbroech: Ja, sehr gut. Ich habe tolle Kollegen.
Ali: Was macht man, wenn man mit einem Kollegen, mit dem man spielen soll, gerade Streit hat?
Frau Hoensbroech: Das ist schwierig. Man muss versuchen, trotzdem professionell zu spielen, denn die Zuschauer dürfen davon nichts merken.
Natalia: Wie viele Stücke haben Sie schon gespielt? Ca. 13 - 14 Stücke. Dazu zählen aber auch schon die Stücke, die ich in der schule in der Theater AG gespielt habe.
Alina: Wie merken Sie sich die vielen Texte? Gibt es da einen Trick?
Frau Hoensbroech: Üben, ganz viel üben!
Naruethai: Haben Sie bei einer Aufführung mal Ihren Text vergessen?
Frau Hoensbroech: Oh ja! Das ist eine peinliche Sache. Da wird einem kalt und heiß! Manchmal hat man Glück, dann hilft einem jemand weiter und manchmal nicht, dann hat man Pech.
Dominick: Müssen Sie dann improvisieren?
Frau Hoensbroech: Ja, dann muss man improvisieren. Es muss ja irgendwie weiter gehen. Man kann ja nicht zum Publikum sagen „Tschuldigung, hab meinen Text vergessen"!!
Sophia: Wie bekommen Sie es hin, diese Rolle zu spielen ohne zu lachen?
Frau Hoensbroech: Tja, das ist auch eine gute Frage. Man muss wirklich versuchen sich zu konzentrieren und sich auch in die Rolle, die man spielt, hinein zu versetzen. Man ist einfach in der Rolle drin.
Sophia: Und wie schaffen Sie es, die Gefühle aus den Rollen echt aussehen zu lassen?
Frau Hoensbroech: Man nennt so etwas das „Körpergedächtnis". Man muss dafür Übungen machen, in denen man sich versucht an eine Situation zu erinnern, in denen man mal genau dieses Gefühl in sich hatte und versucht sich in eine solche Situation hinein zu denken. Der Körper kann sich dann später dran erinnern, wie man sich in der Situation gefühlt hat. Es fällt mir z.B. sehr schwer in einer Rolle zu weinen, das kostet viel Übung.
Guiseppe: Wie viele Schauspieler gibt es an der Badischen Landesbühne?
Frau Hoensbroech: Es gibt 16 Schauspieler im festen Ensemble, dazu kommen noch mehrere Schauspieler, die in einzelnen Produktionen als Gäste mitspielen.
Naruethai: Mit wie viel Jahren darf man bei der Badischen Landesbühne auftreten?
Frau Hoensbroech: So etwa ab 20/21 Jahren. Es gibt eigentlich keine Altersbegrenzung, aber das ergibt sich daraus, dass man mindestens einen Realschulabschluss haben muss, dann viel Spielerfahrung braucht und schließlich ja die Schauspielschule besuchen muss. So ist man dann schon mindestens 20 Jahre, bis man sich an einem Theater bewerben kann.
Melanie: Wie merkt man, dass man diesen Beruf ausführen kann?
Frau Hoensbroech: Wenn man es ausprobiert! Ich denke, jeder, der Interesse hat, sollte es ausprobieren. Man merkt schon von selbst, ob es was für einen ist oder nicht.
Vanessa: Spielen bei Ihnen auch Kinder und Jugendliche?
Frau Hoensbroech: Also im Profitheater spielen keine Kinder und Jugendlichen mit. Manchmal braucht man mal einen Statisten, das sind die, die auf der Bühne rumstehen oder mal durch das Bild laufen, also ohne Text.
Abir: Gibt es spezielle Gruppen für Kinder, die gut schauspielern können?
Frau Hoensbroech: Ja, es gibt viele Gruppen für Kinder und Jugendliche. Da darf auch erst mal jeder mitmachen, es wird nicht gleich gesagt „der darf und die ist zu schlecht". Die Auswahl kommt erst viel später, wenn man sich für eine Schauspielschule bewirbt und dort vorsprechen muss.
Frau Grimpe: Die meisten Theater haben Jugendclubs. Auch die Badische Landesbühne hat einen Jugendclub, den ich leite. Dort können Jugendliche ab 14 Jahren mitmachen, in Ausnahmefällen auch ab 13 Jahren. Mitmachen kann im Prinzip jeder, der sich dafür interessiert. Außerdem gibt es die Workshop-Reihe „Montagsworkshops", für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren.
Merita: Sind Sie zufrieden mit Ihrem Gehalt?
Frau Hoensbroech: Och ja, das ist so: Wenn man einen Erwachsenen fragt, ob er zufrieden mit seinem Gehalt ist, wird er immer sagen „Na ja, geht so!". Und so ist es auch bei mir: Ein bisschen mehr wäre auch nicht schlecht!
Leonit: Sind Sie verheiratet?
Frau Hoensbroech: Nein!
Leonit: Haben Sie Kinder?
Frau Hoensbroech: Nein, aber vielleicht mal irgendwann.
Marcus: Haben Sie Haustiere?
Frau Hoensbroech: Nein.
Dominick: Wann haben Sie Geburtstag? Welches Sternzeichen sind Sie?
Frau Hoensbroech: Am 11. Juni, ich bin Zwilling.
Marcus: WOW, ich hab auch am 11. Juni!!!
Kevin: In welcher Stadt leben Sie?
Frau Hoensbroech: In Bruchsal, wo ich auch arbeite.
Natalia: Kochen sie gerne?
Frau Hoensbroech: Ja, wenn ich Zeit und Geld habe, immer gerne!
Melanie: Singen Sie gerne?
Frau Hoensbroech: Ja.
Murat: Spielen Sie ein Instrument?
Frau Hoensbroech: Nein, ich habe ganz früher mal Blockflöte gespielt. Aber das kann ich nicht mehr so gut.
Melanie: Was ist ihr Hobby?
Frau Hoensbroech: Theater schauen und reisen. Ich mache keine Sportarten wie Fußball oder so was.
Hacer: Dürfen wir Ihnen auch heute etwas vorspielen? Wir haben nämlich kleine Rollenspiele zu dem Stück gemacht!
Frau Hoensbroech: Au ja, gerne!
Frau Klein: Da die Schülerinnen und Schüler Ihnen nun schon Löcher in den Bauch gefragt haben und es erst einmal keine weiteren Meldungen gibt, möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen für Ihre Offenheit und die vielen Informationen zu Ihrem Beruf bedanken. Gerne möchte Ihnen die 6b nun ein paar kleine Rollenspiele zum Stück „Agent im Spiel" vorspielen.
Die Klassensprecher Ali und Naruethai bedanken sich mit einem Blumenstrauß bei Frau Hoensbroech und Frau Grimpe.
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